Null Toleranz
Im Galopprennsport gilt das konsequente Null-Toleranz-Prinzip: Pferde dürfen nur dann an Rennen teilnehmen, wenn sie frei von Medikamenten und dopingrelevanten Substanzen sind. Regelmäßige Trainings- und Rennkontrollen sowie strenge Dokumentationspflichten stellen sicher, dass die Gesundheit und das Wohl der Pferde jederzeit an erster Stelle stehen. Benötigt ein Pferd eine medizinische Behandlung, gilt eine entsprechende Karenzzeit – denn im Galopprennsport gilt: Ein Pferd, das Medikamente braucht, startet nicht im Rennen.

Artgerechte Haltung
Nur ein zufriedenes Pferd ist auch leistungsfähig. Eine artgerechte Haltung mit ausreichend Bewegung, Weidegang und abwechslungsreichem Training ist die Grundlage für gesunde und leistungsfähige Rennpferde. Bereits in den Gestüten wachsen die meisten Pferde in Gruppen auf weitläufigen Weiden auf. Moderne Rennställe verfügen zudem über Führanlagen, Paddocks und Weiden, damit die Pferde auch außerhalb des Trainings ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben können. Mit Veranstaltungen wie dem Tag der Rennställe und dem Tag der Gestüte schafft der Dachverband Transparenz und gibt interessierten Besuchern Einblicke in die tägliche Arbeit und die hohen Standards der Pferdehaltung.

Streng geregelt
Der Einsatz der Peitsche im Galopprennsport ist streng geregelt und wird konsequent überwacht. Zugelassen sind ausschließlich speziell gepolsterte Sicherheitspeitschen, deren Einsatz klaren Vorgaben unterliegt. Seit 2023 darf die Peitsche während eines Rennens maximal dreimal eingesetzt werden und das ausschließlich zur Unterstützung der reiterlichen Hilfen – nicht, um Schmerzen zu verursachen. Verstöße gegen diese Regeln werden von der Rennleitung konsequent geahndet und können hohe Geldstrafen sowie Reitverbote nach sich ziehen. Der Schutz und das Wohl der Pferde haben dabei jederzeit höchste Priorität.

Individuelle Entscheidungen
Bevor ein Vollblut an einem Galopprennen teilnehmen darf, muss es strenge gesundheitliche und sportliche Voraussetzungen erfüllen. Bereits vor Trainingsbeginn wird jedes Pferd von speziell geschulten Tierärzten untersucht und erst nach positiver Beurteilung behutsam an das Training herangeführt. Vor dem ersten Rennstart erfolgt eine weitere tierärztliche Untersuchung, bei der ausschließlich körperlich und mental gesunde Pferde eine Starterlaubnis erhalten. Zusätzlich müssen alle Pferde eine Startboxenprüfung bestehen, um einen sicheren und reibungslosen Rennablauf zu gewährleisten.

Karriere nach der Karriere
Auch nach ihrer aktiven Rennlaufbahn erwartet Vollblüter eine vielseitige Zukunft. Besonders erfolgreiche Pferde wechseln häufig in die Vollblutzucht und tragen dort zur Weiterentwicklung der Rasse bei. Andere werden als Veredler in der Warmblutzucht eingesetzt oder starten erfolgreich in Disziplinen wie Dressur, Springen oder Vielseitigkeit. Dank ihrer Athletik, Intelligenz und Zuverlässigkeit sind ehemalige Rennpferde zudem geschätzte Freizeit- und Sportpartner. So beginnt für viele Vollblüter nach der Rennkarriere ein ebenso erfülltes zweites Leben.

