Erinnerungen an Hans-Ludolf Matthiessen

Berlin-Hoppegarten, 01.06.2026

Hans-Ludolf Matthiessen ist verstorben. Neben seinen wichtigen Ämtern als Präsident des Hamburger Rennclubs, Geschäftsführer der BGG und Berater von German Tote unterstützte Hans-Ludolf Matthiessen den Rennverein Hoppegarten e.V. bei den Starterangaben und bei den Ausschreibungen. Die Erinnerungen von Hoppegarten-Chef Gerhard Schöningh lesen Sie hier.

Meine Erinnerungen an Hans-Ludolf Matthiessen

Zu meiner ersten intensiven Begegnung mit Hans-Ludolf Matthiessen kam es im Jahr 2009, kurz nach meiner Übernahme der Rennbahn Hoppegarten. Aufgrund meiner vorherigen Tätigkeit in London war ich ungefähr 15 Jahre nicht im deutschen Rennsport aktiv und mit vielen Entwicklungen nicht mehr vertraut. Hans Matthiessen war damals Geschäftsführer der BGG und bot an, nach Hoppegarten zu kommen. Wir hatten einen langen und guten Austausch über viele Themen des Wettgeschäfts und der Rennsportpolitik. Ich war beeindruckt von seiner Fachkenntnis, seiner offensichtlichen Freude am Umgang mit Zahlen und seiner Hilfsbereitschaft.

Nach vielen Jahren durfte ich ihn dann mit „Pempi“ anreden – auch ich musste den ungewöhnlichen, aus seiner Schulzeit stammenden Spitznamens üben und mich an ihn gewöhnen. Viele Jahre hat Hans Matthiessen uns in Hoppegarten in der Renntechnik unterstützt. Sein hervorragender, persönlicher Draht zu Aktiven und Besitzern, seine Kenntnis der Formen der Pferde und nicht zuletzt sein Ehrgeiz trugen wesentlich dazu bei, dass wir gut besetzte Rennen anbieten konnten. Auch in allen Belangen des Wettgeschäftes reichte ihm kaum jemand das Wasser. Ein attraktives Angebot gerade für die Basis der Besitzer war ihm ein wichtiges Anliegen, dass er konsequent und offensiv vertrat.

Als langjähriger Geschäftsführer der BGG hat Hans Matthiessen wesentliche Beiträge geleistet. Es war einiges an Überzeugungsarbeit nötig, um die Rennvereine von strategisch wichtigen Beschlüssen zu überzeugen: 2005 beim Verkauf von German Tote an die BGG (das Unternehmen machte damals Verluste und hatte Schulden von 400T Euro) und dann 2015 beim Einstieg der PMU. Dies hat ermöglicht, dass German Tote heute jährliche Beiträge in Millionenhöhe für die Finanzierung der Rennvereine und des Deutschen Rennsports leistet.

Neben seinen fachlichen Fähigkeiten war Pempi ein feiner und gradliniger Mensch, der seinen Mitmenschen wohlwollend, liebenswürdig und hilfsbereit begegnete. Nie machte er ein großes Aufheben um seine Person. Gerade in den letzten Jahren und Monaten wurde dies offenkundig. Seine Gesundheit, die zunehmenden Krankenhausaufenthalte – dies stellte er als Kleinigkeiten dar. Er wollte „business as usual“, solange es ging, bis in die letzten Wochen. Seine Ehefrau Brigitte assistierte ihm dabei diskret und zuverlässig.

Die Rennbahn Hoppegarten und ich persönlich haben diesem feinen Menschen viel zu verdanken. Lieber Pempi, ruhe in Frieden.

Gerhard Schöningh

Foto: Hans-Ludolf Matthiesen im Hoppegartener Führring © galoppfoto.de / Frank Sorge