Weltklasse des Galopprennsports in Hoppegarten
Hoppegartener Derbystarter Gereon im 121. Grossen Preis von Berlin dabei +++ Fünfmaliger
Weltmeister Dettori reitet für das Galopp-Imperium des Herrschers von Dubai +++ Deutsche Jockeyspitze mit Starke, Pedroza, Pietsch, Minarik, Suborics und weiteren Top-Reitern gegen internationale Cracks wie Dettori, Dominique Boeuf, Tom Queally und Maxime Guyon +++ Rennbahn-Eigentümer Gerhard Schöningh: „Ein Meilenstein in der Aufwärtsentwicklung Hoppegartens“
Die Welt des Galopprennsports blickt am Sonntag auf Berlin-Hoppegarten. Heute heißt es „Willkommen zu Hause, Grosser Preis von Berlin“. Das wichtigste der vielen Berliner Traditionsrennen kehrt in seiner 121. Auflage als Gruppe I-Rennen auf seine Heimatbahn zurück. Das Steherrennen* über die klassische Distanz von 2.400 Metern ist ein Rennen der Europa-Gruppe I und damit das erste Rennen der höchsten europäischen Klassifizierung, das in Berlin-Hoppegarten ausgetragen wird. Rennbahn-Eigentümer Gerhard Schöningh holt den Grossen Preis als
neuen Saisonhöhepunkt auf die Hauptstadtrennbahn und stellt die größte deutsche Galopprennbahn drei Jahre nach der Privatisierung damit auch sportlich endgültig in die erste Reihe des deutschen
Galopprennsports.
„Das Feld im Grossen Preis übertrifft unsere kühnsten Hoffnungen bei Weitem“, sagte Gerhard Schöningh
auf der Pressekonferenz zum Renntag. „Mit Scalo und Night Magic werden gleich zwei ‚Galopper des
Jahres‘ antreten. Mit Cavalryman ist ein guter Vertreter aus Newmarket im Besitz des weltgrößten
Rennstalls Godolphin am Start. Fast unglaublich ist für mich auch, dass noch drei Pferde nachgenannt
wurden: Lucas Cranach als ganz leichter Sieger des Hamburger Hansa-Preises, sowie bei den Dreijährigen
Danedream als klassische Siegerin in Italien und ‚unser‘ hier in Hoppegarten trainierter Gereon. Damit
haben wir zwei hoch interessante Vertreter des Derbyjahrgangs dabei“.
In den Sätteln der zehn Starter im 121. Grossen Preis von Berlin sitzt die deutsche Jockeyspitze mit Starke,
Pedroza, Pietsch, Minarik, Suborics und weiteren Top-Reitern sowie internationale Cracks wie Dettori,
Dominique Boeuf, Tom Queally und Maxime Guyon.
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Der Hengst Ticino nach seinem 1. Sieg im Grossen Preis von Berlin 1942 unter Spitzenjockey Otto Schmidt (achtfacher Gewinner des Grossen Preises) Foto Menzendorf, Deutsches Pferdemuseum Verden
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Ein Blick auf vier der berühmten ausländischen
Jockeys: Im 121. Grossen Preis von Berlin tritt ein profilierter Hengst aus der „Elitetruppe“ des
bedeutendsten Rennpferdebesitzers der Welt: Scheich Mohammed al Maktoum, an. Der Herrscher von
Dubai und Motor der dortigen Wirtschaftsentwicklung schickt den von seinem Landsmann Saeed bin
Suroor im englischen Galoppsportzentrum Newmarket trainierten Cavalryman auf die
Haupstadtrennbahn und Lanfranco („Frankie“) Dettori, der Lieblingsjockey der Scheichs, wird sich in den
Sattel des Hengstes schwingen. Pferd und Reiter sollen die Reise gesondert per Flugzeug von England aus
antreten, mit Fluggeräten von „Air Wings“, der privaten Fluggesellschaft für die Belange der
Herrscherfamilie und damit auch ihrer Rennställe. „Godolphin“ – unter diesem Namen sind die besten
rund 300 Rennpferde des weltweit wohl circa 2.000 Pferde umfassenden „Vollblut-Imperiums“ von
Scheich Mohammed zusammengefasst. Und Dettori, der aus Mailand stammende, heute unumstrittene
Superstar unter den Jockeys auf der Welt, ist der Reiter Nummer eins für Godolphin.
Dettori (40), Vater von drei Kindern, selber Sohn eines Jockeys mit über 2000 Siegen, hat in Deutschland
eine extrem hohe Trefferquote. Die Pferde, die er hier reitet, sind handverlesen und ihr Steuermann ist
jemand, der im Rennen nur selten einen Fehler macht. Optimal vorbereitet, konzentriert, präzise, endkampfstark und technisch perfekt ist seine Reitweise. Bevor Dettori auf dem Pferd sitzt, hat er die
gesamte Länge der Bahn besichtigt, kennt die Bodenbesonderheiten und kennt die Gegner. Von Insidern
aus Deutschland lässt er sich erklären, welche Taktik die Gegner voraussichtlich anwenden werden, und
vor allem, ob einer da ist, der vorne für genügend Tempo sorgen wird.
Die Pferde, auf denen er in den großen Rennen sitzt, sind Millionen wert. Führt er sie zu weiteren
Erfolgen, nimmt der Wert zu. Klappt es nicht, kann er mitunter schnell abnehmen. 150 Sekunden – nur so
lange wird das Rennen am Sonntag dauern – können für die Laufbahn eines potentiellen Deckhengstes
und für seinen Marktwert wichtige Weichen stellen. So oder so. Keinem anderen Jockey sind diese
Zusammenhänge so tief in Fleisch und Blut übergegangen wie Dettori. Trotzdem ist er ein Meister darin,
Endkämpfe mit geringem Peitscheneinsatz zu reiten. Das hebt ihn hervor und ist etwas, das ihm die
Pferde durch hohe Motivation und Selbstbewusstsein danken.
Der zweite Superstar der Jockeyszene, der am Sonntag in Hoppegarten bestaunt werden kann, ist Maxime
Guyon (22). Er hat trotz seiner Jugend in den letzten Jahren bereits Dutzende der größten Rennen in
Frankreich und England gewonnen, vor allem im vergangenen Jahr das französische Derby. Guyon, ein
Schüler des genialen Dauer-Champions der großen französischen Galopptrainer-Szene, versteht sich
(ähnlich wie Dettori) auf eine bewundernswerte Harmonie in der Bewegung zwischen Reiter und Pferd.
Ihn im Rennen genau zu beobachten, ist allein schon ein ästhetischer Genuss…der ungemein häufig Hand
in Hand mit dem Erfolg geht. Das könnte sehr wohl auch für seinen Auftritt auf dem Favoriten Scalo im
Grossen Preis von Berlin gelten.
Ein Augenschmaus, aber mehr kraft- und kampfbetont, sind auch die Ritte von Dominique Boeuf, der Sir
Lando steuern und gewiss auch diesmal körperbetont unterstützen wird. Mit 43 Jahren ist er fast doppelt
so alt wie Jungstar Guyon, ist aber natürlich erheblich erfahrener und auch international versierter. Boeuf
ist einer, der sich schon auf der ganzen Welt in Rennen durchgesetzt hat, und ganz besonders oft in
Deutschland, wo er besonders als Mann des Vertrauens des besonders frankreichorientierten Trainers
Werner Baltromei mehrmals im Monat in den Sattel steigt.
Tom Queally war vor Jahren für eine kurze Zeit sogar schon Stalljockey für das deutsche Erfolgsgestüt
Schlenderhan, doch diese Ehe währte nicht lange. Heute ist Queally, der von einigen wichtigen Playern im
englischen Galopprennsport protegiert wird, Stalljockey eines ganz besonderen Trainers, nämlich des
ebenso extravaganten wie erfolgreichen Henry Cecil in Newmarket. Das aktuell besonders
Erwähnenswerte: Cecil, der von der englischen Königin wegen seiner Verdienste um den Pferdesport vor
einigen Wochen in den Adelsstand erhoben wurde („Sir Henry Cecil“), ist auch der Betreuer eines
Hengstes namens Frankel, den viele Experten heute für den besten Galopper der Welt halten. Der von
seinen sämtlichen Kollegen rund um den Globus darum beneidete und gnadenlos kritisierte ständige
Reiter dieses gefeierten Pferdes ist kein anderer als der 26jährige Ire Thomas P. Queally.
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