Sechster im Feld der Besten

Hoppegartens Ordenstreuer mischt beim Derby gut mit / Große Erfolge für Trainer Roland Dzubasz

Hoppegarten. Die Stunde der Wahrheit im Galopprennsport hatte am Sonntag exakt 17.50 Uhr geschlagen. 25.000 Zuschauer feierten begeistert den imposanten Hengst Wiener Walzer als Sieger des 140. Deutschen Derbys in Hamburg. Eine weitere Sternstunde seines jungen Trainers Jens Hirschberger, der die Ausbildung zum Rennreiter als Grundlage für seinen jetzigen Job einst in Hoppegarten erhalten hatte.

Ordenstreuer

Ordenstreuer und Alexander Pietsch

Der Brandenburger Trainingsstandort setzte beim Saisonhöhepunkt in der Hansestadt ebenfalls Glanzlichter. Denn eine blendend aufgelegte Streitmacht von Roland Dzubasz mischte in den lukrativsten der zwölf Rennen kräftig mit. Allen voran der Schimmel Ordenstreuer. Nach einem Rennen an zweiter Stelle schrammte er als Sechster im Feld der 17 Bewerber nur um einen kurzen Kopf am letzten Platzgeld von 10?000 Euro vorbei. Und kam noch vor Saphir (7.) ein, der zu den Mitfavoriten zählte. Trainer Roland Dzubasz haderte nicht mit dem Schicksal: „Mit unseren Erwartungen lagen wir genau richtig. Wir wollten im Feld der Besten vom Besten unter den ersten fünf Pferden sein. Dass das so knapp daneben ging, war sicher schade. Aber wir hatten die Taktik so abgesprochen, und Alex hat von der Startbox zwei das Beste daraus gemacht“, lobte er den Ritt von Jockey Alexander Pietsch. Im Windschatten des Piloten konnte Ordenstreuer immer frei galoppieren. „Die Leistung war da,“ resümierte der Trainer, „und unser Pferd hat alles gesund überstanden, hat gut gefressen, ist gut drauf. Das ist das Wichtigste. Jetzt bekommt Ordenstreuer erst mal eine Pause. Und wenn er gesund bleibt werden wir noch Spaß mit ihm haben.“

Sicher spielte das diesmal nach langer Hitzeperiode stark abgetrocknete Geläuf eine Rolle. „Oben war der Boden etwas lose, unten fest, das war nicht so optimal.“ Auf jeden Fall hat Ordenstreuer nach Magical River (1993 Platz 15) und Artan (1995 Platz 5) als drittes in Hoppegarten vorbereitetes Pferd Ehre für den gepflegten Trainingsstandort in Brandenburg eingelegt.

Doch am Derbytag trumpften weitere Dzubasz-Schützlinge groß auf. In den beiden Auktionsrennen um jeweils 50?000 Euro verpassten Foscario und Antara den Sieg auch nur ganz knapp. Der eine hatte den heißen Favoriten Schiller Danon am Rande einer Niederlage (Kampf kurzer Kopf), die andere blieb als Dritte auch nur um minimale Rückstände (Kopf-Kopf) geschlagen. „Antara musste wegen Zahnproblemen etwas mit dem Training aussetzen. Zudem war der Rennverlauf sehr unruhig. Unter diesen Umständen ist sie höchst beachtlich gelaufen“, freute sich Dzubasz. Und die Honorare von 11?000 und 6000 Euro sind ja auch nicht so ganz ohne. Schließlich rundeten drei Dzubasz-Siege (Auvano, Anastra und Peace Flower) an den Renntagen vor dem Derby eine bemerkenswerte Hoppegartener Bilanz beim Meeting 2009 in Hamburg ab.

Jens Sorge (mit freundlicher Genehmigung des Verfassers)

erschienen in der gedruckten "Märkischen Oderzeitung" vom 7. Juli 2009

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