Einst Stars der Turfszene: (v.li.) Hein Bollow, Heinz Jentzsch In Hoppegarten groß geworden – jetzt wird Ex-Jockey und Trainer Werner Krbalek 100
Das hat er sich auch in diesem Jahr nicht nehmen lassen. Bei der Großen Woche in Iffezheim bei Baden Baden gehörte der gebürtige Berliner Werner Krbalek zu den Besuchern. Damit dürfte der einstige Jockey und Trainer wohl einen ganz besonderen Rekord aufgestellt haben, denn auf welcher Rennbahn weltweit spaziert ein in der Materie Rennsport Großgewordener fast 100-Jähriger herum. Arm in Arm mit seiner Tochter Annemarie Dominik suchte er sich ein ruhiges Plätzchen. Werner Krbalek sieht man unverändert den Leichtgewichtsreiter an. Noch heute schwärmt er von der Zeit in Hoppegarten, vom ersten Sieg als Jockeylehrling am 29. September 1929 auf der Stute Lycaste. „Ich war damals der einzige von unseren acht Stiften, der in seiner fünfjährigen Lehrzeit ein Rennen gewonnen hat. Damals kamen wir auch nur in Lehrlingsreiten aufs Pferd.“ In der Hoppegartener Glanzzeit war die Konkurrenz groß, standen viele gute Reiter in Lohn und Brot. Da hieß es akkurat zu sein, wenn man den Job behalten wollte. Werner Krbalek schmunzelt: „Als ich einmal morgens verschlafen hatte bin ich rausgeflogen.“ Eine besonders erfolgreiche Saison stand für Werner Krbalek im Jahr 1939 zu Buche. „Da konnte ich 18 Rennen gewinnen, war bei einem Drittel meiner Ritte unter den ersten drei.“ Zum Verständnis: Dauerchampion Otto Schmidt stand mit 80 Ritten mehr und 57 Siegen an der Spitze der Statistik und Werner Krbalek war erfolgreicher als Starjockeys wie Gerhart Streit, Jule Rastenberger, Erich Boehlke und Willi Printen. Auf einen besonders erfolgreichen Renntag in Hoppegarten verweist der Jubilar: „Am 2. Juli 1939 konnte ich das erste und letzte der acht Rennen gewinnen. Mit der zweijährigen Stute Promemoria hatte ich gegen den von Gerhart Streit gerittenen Mitfavoriten Grillenfänger zeitig leichtes Spiel. Anders dagegen der Erfolg mit der Stute Grollezu im Ausgleich III, wo ich mich mächtig rühren musste um auf der 292:10 Außenseiterin um Halsvorteil gewinnen zu können. Hinzu kamen ein zweiter und ein dritter Platz, ein toller Tag für mich.“ |