Danedream unter Andrasch Starke nach ihrem Sieg im Grossen Preis von Berlin in Hoppegarten Foto Miriam Lewin
Tempo-Schlacht im Japan Cup
Danedream nur Sechste und trotzdem glänzend gelaufen
Das war ein Rennen auf Biegen und Brechen und am Ende ein totaler Triumph der japanischen Gastgeber. Im Japan Cup, dem drittreichsten Pferderennen der Welt, war Deutschlands Wunderstute Danedream unter Andrasch Starke vor über 100.000 Zuschauern am Ende bestes nichtjapanisches Pferd: als Sechste.
„Sechster klingt nicht so gut, wenn man als Mitfavorit angetreten ist,“ meinte Danedreams Trainer Peter Schiergen, nachdem der unmittelbare Stress rund um das Rennen vorbei war, „aber enttäuscht hat unser Mädchen ganz sicher nicht!“ Keine vier Pferdelängen waren es, die Danedream, im Juli strahlende Siegerin im Hoppegartener Großen Preis von Berlin, von der Erstplatzierten, Buena Vista, trennten. Hinter Tosen Jordan, Jaguar Mail, Trailblazer und Win Variation war der sechste Platz im Feld von 16 Toppferden noch eine sehr gute Leistung, die mit einem Geldpreis von 152.000 Euro belohnt wurde. Damit steigerte Danedream ihre Gewinnsumme auf über 3 Mio. Euro. (In der Gewinnsummenstatistik ist sie damit das zweiterfolgreichste deutsche Sportpferd aller Zeiten, hinter Paolini.)
Die Siegerzeit von 2:24,2 Minuten ist eine der schnellsten Zeiten, die auf der ganzen Welt jemals über die 2400 Meter-Strecke erzielt wurden. „Das ist etwas erstaunlich“, kommentierte Peter Schiergen, „am Anfang war das Tempo nämlich zu langsam für uns. Auf Grund ihrer ungünstigen Startnummer an der Außenseite hatte Danedream aber leider keine geeignete Position, um so früh schon etwas weiter nach vorne zu kommen.“ Als dann nach ca. 800 Metern der Amerikaner Mission Approved und andere vorne für eine drastische Tempoverschärfung sorgten, vergrößerte sich der Abstand von der Spitze zum Ende des Feldes blitzartig. Danedream hatte sich zu dem Zeitpunkt vom vorletzten auf den 12. Platz vorgearbeitet, aber nun herrschte nur noch das pure Powerplay. Als die Pferde um den Schlußbogen herum kamen, war die Dreijährige aus Germany mindestens 15 Längen von der Spitze entfernt. „Sie hat dann noch toll beschleunigt und sich an etlichen Gegnern vorbei gekämpft, aber auf dem trockenen, schnellen Geläuf kommt von den vorderen ja kaum einer am Ende zurück. Die ziehen durch.“
„Eingangs der Zielgeraden war klar: Um von so weit hinten noch zu gewinnen, hätte man ein Flugzeug gebraucht.“ Mit der Siegerin Buena Vista hatte sich Japans Championjockey Yasunari Iwata dagegen aus günstiger Startposition an fünfter, sechster Stelle eingeordnet und konnte dadurch auf der Geraden früh genug nach vorne durchstarten. Das war die Revanche für ihre umstrittene letztjährige Disqualifikation als Siegerin dieses Rennens. Ein Jahr lang hatte sie danach kein Rennen mehr gewonnen, um nun glanzvoll zurückzukehren.
Die kleine, zarte, so kampfstarke Danedream mußte sich nach ihrer Siegesserie über den Großen Preis von Berlin, den Großen Preis von Baden und den Arc somit erstmals seit Monaten einmal geschlagen geben. Es bleibt vorerst dabei, dass noch kein Arc-Sieger sich anschließend auch im Japan Cup durchsetzen konnte und die Japaner zementierten weiter ihre seit dem Jahr 2006 bestehende Vorherrschaft in ihrem größten internationalen Rennen. Lando, der den Japan Cup 1995 souverän für sich entschied, bleibt weiterhin der einzige deutsche Galopper in der prominenten Siegerliste dieses Millionenereignisses. (Auch Lando hatte zuvor übrigens den - damals noch in Düsseldorf ausgetragenen - Großen Preis von Berlin gewonnen (genau wie 1987 Le Glorieux).
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