Danedream

Danedream unter Andrasch Starke nach ihrem Sieg im
Grossen Preis von Berlin in Hoppegarten
Foto Frank Sorge

Wir sind Arc!

Deutsche Stute hat das wichtigste Galopprennen Europas gewonnen

Hoppegarten und ganz Deutschland feiern Danedream +++ Nach fulminantem Sieg im Hoppegartener 121. Grossen Preis von Berlin und dem Longines Grossen Preis von Baden 2011 holte Danedream nun als zweites deutsches Pferd in der Geschichte den Prix de l‘Arc de Triomphe

Was für ein Tag für den deutschen Galopprennsport! Die dreijährige Stute Danedream gewann mit Andrasch Starke im Sattel als 278:10 Außenseiterin am ersten Oktobersonntag auf der Pariser Prachtbahn Longchamp den mit vier Millionen Euro dotierten Prix de l’Arc de Triomphe. Nach idealem Rennverlauf und in sensationellem Stil hängte das deutsche Spitzenpferd die besten Pferde Europas mit fünf Längen ab.

Auch auf den nächsten beiden Plätzen des 16er Feldes landeten Stuten, und zwar Sharetta (Terry Jarnet), Frankreich, aus dem Rennstall des Aga Khan und die aus England angereiste vorjährige Hongkong Cup-Gewinnerin Snow Fairy (Frankie Dettori). Erst dann kam mit So You Think (Seamie Heffernan), Irland, einer der Favoriten über die Ziellinie. 46.000 Zuschauer feierten bei hochsommerlichen Temperaturen stürmisch das deutsche Team Danedream, Andrasch Starke, Trainer Peter Schiergen und die Besitzer Helmut und Heiko Volz. Und das deutsche Galoppwunder stellte auch gleich so ganz „nebenbei“ über die Derbydistanz von 2.400 Metern einen neuen Bahnrekord auf: 2:24,49 Minuten, den bisher Peintre Celebre im Jahre 1997 gehalten hatte: 2:24,60 Minuten. Danedream sorgte nach Star Appeal 1975 (Riesenaußenseiter 1197:10) für den zweiten deutschen Sieg im prestigeträchtigen und weltweit zu den bedeutendsten Rennen gehörenden Arc.

Danedreams unglaublicher Aufstieg von ganz unten nach ganz oben erhielt in Hoppegarten zum Traditionsrennen 121. Grosser Preis von Berlin - dem besteingestuften Rennen der Saison - das erste I-Tüpfelchen. Denn an jenem 24. Juli 2011 gewann die Tochter des vielfachen großen Siegers Lomitas ihr erstes Gruppe I-Rennen, damals wie am Sonntag in Paris übrigens mit dem gleichen Vorsprung von fünf Längen. Der Grosse Preis von Berlin ist das neue Saisonhighlight auf der Hauptstadtrennbahn und wurde erstmals seit 1944 wieder in seiner damaligen „Wertigkeit“ in Hoppegarten ausgetragen. Am 4. September 2011 gewann Danedream dann auch noch den Longines Großen Preis von Baden (Gruppe I). Für den Start in Paris war sie erst am vergangenen Donnerstag für 100.000 Euro nachgenannt worden.

Ein überglücklicher Andrasch Starke schlug am Sonntag in Paris auf dem Weg zum Absattelring die Hände zusammen, jubelte und dankte zum Publikum, konnte das Geschehene noch nicht richtig fassen: „Für mich ist ein Traum wahr geworden. Im Arc reite ich unheimlich gerne. Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir unter den Ersten Vier landen würden, dann wäre ich schon sehr froh gewesen, wenn das geklappt hätte.“ Natürlich wird auch Trainer Peter Schiergen diesen 2. Oktober nie vergessen: „Es war ein unglaublicher Moment. Den Arc als Trainer oder Jockey zu gewinnen, etwas Größeres gibt es nicht. Als Reiter habe ich nie die Chance bekommen, hier zu reiten, doch jetzt bin ich umso glücklicher. Ich habe Danedream im Stall, seitdem sie Jährling war, zuerst für das Gestüt Brümmerhof. Ich wollte unbedingt, dass sie bei mir bleibt, und als die Familie Volz Danedream gekauft hatte, hat das auch geklappt.“ Ein unglaublicher Glückskauf, diese Danedream, für die Familie Volz aus Achern bei Baden-Baden. Für 9.000 Euro hatten sie ihren „galoppierenden Geldschrank“ Anfang Juni 2010 auf der Auktion in Iffezheim gekauft, jetzt hat sie 2.870 310 Euro auf ihrem Konto. Allerdings ist kurz vor dem Rennen der japanische Großbesitzer Teruya Yoshida Miteigentümer geworden.

Vor diesem gigantischen Erfolg für die den deutschen Galopprennsport und die Vollblutzucht begeisterte bereits der zweijährige Dabirsim im Prix Jean-Luc Lagardere (Gr. I, 350 000 Euro), als er auch beim fünften Start ohne Niederlage blieb. Dabirsim befindet sich in deutschen Besitz, er gehört dem Münchener Simon Springer. Im Sattel saß Weltklassejockey Frankie Dettori, der damit seinen 500. Gruppe-Sieg perfekt machte.

24 Stunden vor dem Glanztag des europäischen Rennsportes standen bei ebenfalls hochsommerlichen Temperaturen vier Gruppe II-Rennen auf dem Programm. Da versuchten sich auch einige deutsche Pferde, vor allem Durban Thunder und Theo Danon im renommierten Prix Dollar. Doch gab es keine „Dollar“ zu holen. In einem packenden Finale bezwang Jungstar Maxim Guyon mit Byword um einen kurzen Hals den heißen Favoriten Cirrus des Aigles, auch Shimraan mischte als Dritter kräftig mit. Der vierjährige Hengst gehört Khalid Abdullah, einem der weltweit bedeutendsten Züchter und Besitzer, und wird vom vielfachen Trainerchampion Andre Fabre im paradiesischen Trainingszentrum Chantilly vorbereitet. Auch zwei weitere Gruppe Rennen gingen an Teams aus Frankreich, wobei Starjockey Frankie Dettori seinen 500. Sieg in einem Gruppe-Rennen nur knapp verpasste. Denn mit dem hübschen Fuchs Rio de la Plata, der Mitte Oktober 2010 in Mailand Vanjura knapp bezwungen hatte, sah er im Prix Daniel Wildenstein schon wie der Gewinner aus, als ihn Terry Jarnet mit Rajsaman genau auf der Ziellinie abfing. Das vierte der tragenden Ereignisse des ersten Renntages ging durch Sea of Heartbreak nach England, wobei Oliver Peslier und Trainer Roger Charlton zum Zuge kamen.

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